psychologic • sms
• research
die modernste Methode, um Emotionen und Bilder
zu quantifizieren !
Beispiel 2: Wahlplakat
Studienprojekt: FPÖ Wahlplakat
in Wien (Eigenstudie)
Stufe 1: Psychologic group research:
- 2 Gruppen: mit je 8 Personen (Männer,
Frauen, Alter: 16-70 Jahre)
- Dauer : etwa 3 Stunden pro Gruppe
- Methodik: Diskussion + (tiefen-)psychologische
Verfahren, Script-generierende Analysen, Rollenspiele, Zeichnungen
usw.
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Key Results des group research:
Rationale Inhalte (Diskussion):
- klingt fremdenfeindlich, FPÖ war immer fremdenfeindlich
- ist durchaus vernünftig, daß Ausländer mehr/besser Deutsch lernen,
er hat recht
- sind als Partei zu klein/unbedeutend, wie sollen sie das durchsetzen
?
- eher kritische Einstellung, geringe Gesamtakzeptanz
- aber Akzeptanz der zentralen Botschaft
Emotional: Die
(tiefen)-psychologischen Verfahren zeigen 6 Hauptscripts:
- Script "Angst um die eigenen Kinder (v.a. Eltern!)":
Man fürchtet sich – auf Grund aktueller Vorkommnisse –
vor Ausländerkindern, da es offenbar welche gibt, die auch bewaffnet
in die Schule kommen. Die Schule ist damit kein „Hort der Sicherheit“
mehr
- Script "Angst vor eigener Arbeitslosigkeit":
Durch das Hereinströmen der vielen „billigen“
Ausländer fürchtet man um seinen eigenen Arbeitsplatz. Man
sieht sich beim Arbeitsamt, sozial abgestiegen, kann sich nichts mehr
leisten
- Script "Angst vor ständig wachsender Überfremdung":
Man hat den Eindruck, in Wien immer mehr fremdsprachige Menschen und
immer weniger „echte“ Wiener zu treffen. Die Menschen
verstehen einander nicht; dadurch kann es für beide Seiten zu
sehr unangenehmen, peinlichen oder auch gefährlichen Missverständnissen
kommen
- Script "Kampf gegen das Fremde/Gefährliche":
die Österreicher müssen sich wehren, Deutsch wird
an manchen Schulen kaum mehr gesprochen, hartes Durchgreifen, Ausweisen
der Fremden - notfalls mit Gewalt, Schutz der Österreicher, strenge
Kontrollen. Dabei handelt es sich um ein archaisches Überlebens-Script:
„Schutz der eigenen Sippe“ zum Überleben des eigenen
Genpools
- Script "Sprache ist nicht das wichtigste Problem":
Man nimmt die Sprache nicht als gravierendes Problem wahr, da man
viele Ausländer kennt, mit ihnen zusammen arbeitet, bei ihnen
einkauft usw. und sich mit ihnen problemlos verständigen kann.
Alle, die derzeit nicht gut Deutsch sprechen, werden es im Laufe der
Zeit schon lernen. Viele Ausländer sind nette, hilfreiche Menschen,
die in unsere Gesellschaft gut integriert sind
- Script "Generelle Distanzierung von der FPÖ":
Man bezeichnet sich selbst als von der FPÖ und ihren
Aussagen sehr distanziert. Dabei bestehen starke Generalisierungseffekte.
„Sind mir als Partei wenig sympathisch, daher glaube ich nicht,
was sie sagen/ schreiben; sind sehr weit weg von mir / meinem Weltbild
usw." (derartige generalisierte Distanz-Emotionen gibt es
aber bei allen politischen Parteien - wenn auch meistens nicht in
dieser Stärke)
Stufe 2: sms research
- 1000 Nettointerviews, repräsentativ für ganz Österreich
- Überprüfung der Ausprägung der Scripts und Key-Messages in der Bevölkerung
- Unterschiede zwischen einzelnen Zielgruppen und demografischen Gruppen
Ergebnis sms research
- Script: Angst um die (eigenen) Kinder (v.a.Eltern!): Gesamt
67% - Eltern 82%
- Script:Angst vor eigener Arbeitslosigkeit: Gesamt 71% der
Berufstätigen
- Script: Angst vor fremdsprachigen Menschen: Gesamt 42% ,
Frauen 54%
- Script: Kampf gegen das Fremde/Gefährliche/Böse: Gesamt
44%, Männer 52%
- Script: Sprache ist nicht das wichtigste Problem: Gesamt
51%
- Script: Generelle Distanz zur FPÖ: Gesamt 65%
- „Deutsch lernen“ ist vernünftig für Zuwanderer, macht Sinn: Gesamt
78%
- Man erkennt die Botschaft leicht und schnell: Gesamt 24%, FPÖ-Sympathisanten
72%
- Sind zu klein/unbedeutend: Gesamt 72%, FPÖ-Sympathisanten 19%
Conclusio - wichtigste Ergebnisse:
- Auf der rationalen Ebene, bei genauem Lesen des Plakates, hält ein
Großteil der Betrachter, die Botschaft, daß Ausländer, die in
Österreich leben, möglichst bald Deutsch lernen sollen, für sehr vernünftig
und richtig.
- Trotzdem besteht bei vielen Wienern eine gewisse emotionale Distanz
zum Plakat. Das liegt primär daran, daß das Plakat in den Köpfen der
Betrachter unmittelbar Bilder zum Thema „Einwanderer“, Fremde, Menschen,
die nicht Deutsch sprechen, auslöst. Dieses Thema provoziert bei den
Wienern auch eine Fülle von Ängsten (natürlich hat das aktuelle Messerunglück
in der Schule diesen Themenbereich zusätzlich verstärkt). Dabei kann
es zu einer „Angstverdrängung“ kommen, die darin besteht, daß man das
angst-auslösende Objekt – in diesem Fall unser Plakat – ignoriert, also
eine emotionale Barriere gegen die angstauslösende Botschaft aufrichtet
– und dadurch die tatsächliche Botschaft nicht mehr wahrnimmt.
- "Deutsch lernen“ empfinden die Menschen nur zum Teil als Problemlösung,
es trägt vor allem nicht direkt zur Reduktion der aktuellen Ängste bei,
da es sich dabei um eine längerfristige Strategie handelt.
- Steht man der FPÖ generell distanziert gegenüber, glaubt man auch
nicht daran, daß die FPÖ in diesem Bereich etwas verändern könnte.
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Weitere Fragen an:
Dr. Susanne Hackl-Grümm: 02244 30 996, s.gruemm@psychotech.at
Dkfm Reinhard Burian: 0676 408 61 55, info@marketingdata.at
, www.sms-research.at
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